CDU Stadtverband Jever

Maria von Jever ist wieder in ihrer Stadt!

Redebeitrag aus dem heutigen Kulturausschuss

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
der Bürgermeister hat uns gerade die Figur präsentiert und als Vorbild auch den Karl Friedrich Schinkel aus Neuruppin erwähnt. Diese Packung habe ich zufällig dabei, damit Sie sich vorstellen können, wie auch Fräulein Maria später zum Verkauf verpackt sein wird: 10x10 cm mit einem Foto im Hintergrund, vielleicht dem jeverschen Schloss, 2 oder 3 cm dick. Insgesamt etwas kleiner also als die üblichen Packungen aus dem Spielwarenhandel.
Tatsächlich können wir Maria im Bekanntheitsgrad sicherlich nicht mit Martin Luther vergleichen. Aber kennen Sie den „Schwabacher Goldschläger“? Die Playmobilfigur aus der kleinen Gold-Stadt Schwabach in Bayern?
Als Antragsteller möchte ich zu der Beschlussvorlage etwas ausführlicher werden.

Sonderfigur Sonderfigur "Maria von Jever". Bild: Stadt Jever

„Während Jever in diesen Tagen [...] beschließt, die ikonische spätmittelalterliche Regentin Frl. Maria von Jever mit einer Playmobil-Version zu ehren und die Figur ab dem kommenden Jahr als Werbemittel anbieten und Jever damit noch bekannter machen will, hat Schortens quasi den Kaffee auf: ‚2026 wird es keinen neuen Schortens-Kaffeepott geben.‘“ Das schreibt Oliver Braun heute in der Nordwest-Zeitung, und er hat recht. Kaffeebecher, Leinenbeutel und Kugelschreiber kann jede Kommune, denn sie sind beliebig. Die Stadt Jever hingegen kann ihre Geschichte in einer historischen Person fokussieren, die identitätsstiftend ist: Maria von Jever.
Erst seit wenigen Tagen ist dieses Thema, Maria von Jever zur Playmobil-Sonderfigur zu machen, öffentlich – und die vielfältige positive Resonanz zeigt, dass dieser Weg im Stadtmarketing für unsere Marienstadt der richtige ist. Der entsprechende Artikel im Jeverschen Wochenblatt ist inzwischen bei Facebook fast 130 Mal gelikt, und dort und in den bekannten Jever-Gruppen gibt es zahlreiche Kommentare und Interessenten. Aber nicht nur dort. Da Sammler regelmäßig auf der Online-Suche nach Neuankündigungen sind – ich mache das vielleicht einmal im Monat, aber es gibt Sammler, die machen das mehrmals in der Woche –, überschlagen sich die Rückmeldungen aus anderen Regionen in Deutschland. In einem speziellen Forum für Playmobil-Sonderfiguren – ja, das gibt es wirklich – heißt es beispielsweise: „Gibt es ein ungefähres Erscheinungsdatum?“ Und: „Dann wird es Zeit, an die Küste zu fahren.“ Da planen tatsächlich jetzt einige ihren Urlaub für das nächste Jahr, um die Maria kaufen zu können. Auf der Facebook-Seite „Playmobil in the News“ gibt es ebenfalls Likes, u. a. vom Playmobil-Ausstellungskünstler und -aktivisten Oliver Schaffer, der herausragenden Gestalt der Sammler- und Dioramenszene, der für seine zahlreichen Ausstellungen weit bekannt ist.
Auch in einem spanischen Playmobil-Forum – übrigens ganz unabhängig von Cullera – schreibt man sich in dieser Woche nach den KI-Bildern der Zeitungen die Köpfe heiß, wie die Figur wohl wirklich aussehen wird. Wie das Gemälde oder wie das Denkmal? Und nebenher werden die Internetseiten der Stadt und des FrauenOrtes verlinkt.
Kurzum: Einen besseren personalisierten Werbeträger für die Stadt Jever kann es kaum geben.
Zum Stichwort Plastik, wie es auch in einem Kommentar auftauchte: „Das ist – mit Verlaub gesagt – weltfremd. Playmobil wird in Jever gekauft, unabhängig von Fräulein Maria. Richtig ist vielmehr, dass das Produkt Playmobil nach den Erfahrungen der Ölkrise in den 1970er Jahren als ressourcenschonende Idee erfunden und umgesetzt wurde. Dieser Ansatz, Material sparsam einzusetzen, ist bei vielen anderen Herstellern nicht vorhanden. Denken wir nur an einfache, billige Großplastik zum Spielen aus Fernost.
Playmobil ist ein deutscher Hersteller, produziert in Franken, auf Malta und in Tschechien und Spanien. Gerade die Fabrik auf Malta entstand um 1980 auch, um Arbeit zu schaffen. Playmobil hat vor etwa 20 Jahren probehalber in China produziert, das waren damals die Sets der Osterhasen-Welt. Schnell zeigte sich, dass die Qualität nicht stimmte, weshalb sofort wieder nur in Europa produziert wurde.
Playmobil ist nachhaltig. Robuster Kunststoff, der über mehr als eine Kindergeneration beständig ist, und natürlich – wenn es später soweit ist – problemlos recycelt werden kann. Wir sprechen hier also nicht von Plastiktüten, Verpackungen o. Ä., sondern von bekanntermaßen pädagogisch wertvollem und bewährtem Spielzeug.
Die Sonderfigur Maria von Jever ist für alle Generationen: Kinder, Eltern, Großeltern. Zum Spielen, zum Sammeln, zum Verschenken. „Weil eins zum anderen passt“ ist seit über 50 Jahren das Playmobil-Motto. Die Maria kann vielfältig bespielt werden. Sie steht im Tiny-Haus, fährt im VW-Bus oder wohnt in der Ritterburg. Als historische Frauengestalt bereichert sie eine Runde von Sonderfiguren, die fast ausschließlich aus süd- und ostdeutschen Männern besteht. Auf einer Internetseite, beispielweise bei Instagram ginge das, kann sie als Mitmachprojekt fotografisch auf Reisen gehen. So wird Jever weiter bekannt – gerade auch bei Personen, die unsere Stadt bisher nicht als Ziel auf dem Schirm hatten.
Zu den Kosten will ich gar nicht mehr viel sagen, das hat der Bürgermeister erläutert. Die Stadt Jever macht ungefähr ab der Hälfte der verkauften Figuren ihren Gewinn.
Die Erfahrung mit anderen Figuren und anderer Städte bekräftigt diese Überlegungen, und gleichzeitig können wir sagen: „Maria ist wieder da! Sie ist wieder in ihrer Stadt! Als Playmobil-Figur!“ Rechtzeitig, wenn 2026 entschieden wird, ob das Renaissance-Gemälde in Jever bleibt. Ob das Fadenglas nach ungefähr 100 Jahren im Landesmuseum Oldenburg zukünftig in Jever bleibt. Wenn die Sanierung des Grabmals abgeschlossen sein wird. Auch 2026 dreht sich gefühlt noch alles um Maria.
Wünschen würde ich mir, dass es dann aus Zerbst heißt: „Wie habt ihr das gemacht? Wir brauchen jetzt eine Sonderfigur ‚Katharina die Große‘!“ Und dass die Gemeinde Marienhafe einen Störtebeker machen möchte. Und Oldenburg einen Grafen Anton Günther auf seinem Schimmel. Jever sollte sich hier eine Vorreiterrolle sichern.
„Bin dafür.“ – „Oh, wie cool! Eine tolle Idee!“ – „Ich würde mir am ersten Tag eine kaufen!“ – „Ich finde es gut, dass Fräulein Maria so auch in die Kinderzimmer Einzug hält!“ – „Und so kann man doch auch die Geschichte auf spielerische Weise weitererzählen. Ich finde es gut.“ – „Wie klasse. Würde ich gleich zwei oder drei von kaufen.“ – „Wenn so eine Figur die Phantasie anregt, hat sie ihr Ziel erreicht.“ – „Frl. Maria würde sich damit neben den FrauenOrten in eine weitere Reihe bedeutender Persönlichkeiten einreihen.“ Diese Kommentare aus den sozialen Medien sprechen für sich.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Hinweis:
Dieser CDU-Antrag wurde seit 2019 aus Gründen des Produkt- und Markenschutzes zunächst und bis zur Konkretisierung der Umsetzung nicht-öffentlich beraten.